Nein, leider nicht mein nächstes Urlaubsziel! Eine nette deutsche "Signora", namens Suzie hat das große Glück, diesen Palazzo ihr Eigen nennen zu dürfen. Waaaah! Suzie hat vor 2 Wochen hier einen Kommentar hinterlassen - ich bin neugierig geworden und auf dieses gigantische "Renovierungsprojekt" in Kalabrien, Italien gestoßen. Mein Herz hat für einen Schlag ausgesetzt, so begeistert war ich! Geht es euch auch manchmal so, wenn ihr etwas superinteressantes im Internet findet?! Das würde mich sehr beruhigen ...! :*)
Nun - wer ist Suzie und wie ist sie zu diesem Palazzo gekommen? Fragen über Fragen drängten sich in mir auf! :o) Eine fantastische Lady, wie sie ist - hat sie sich meiner Fragerei gestellt! Seid ihr bereit mit der Schwärmerei zu beginnen ...?
Hallo liebe Suzie - Willkommen im 1richtungsblog! Wir möchten (fast) alles über dich wissen - fangen wir mit dem Persönlichen an:
Wir sind zu Dritt – unser Sohn ist gerade eingeschult worden. Natürlich ist der palazzo – so nennt man Italien Stadthäuser ohne Garten – viel zu groß für uns. Aber wir haben uns einfach in die location und Aussicht verliebt. Außerdem sind wir “globale Nomaden”, die es immer wieder ins Ausland ziehen wird. Um die Kontakte zu Freunden und Familie besser pflegen zu können, wollten wir immer ein Ferienhaus, in dem sich alle wiedersehen können. Im Untergeschoss des Hauses wird ein eigenständiges Apartment entstehen, das wir für Gäste einrichten. Wenn wir keine Familie oder Freunde zu Besuch haben, können wir uns auch vorstellen, das Apartment an Urlauber zu vermieten. (Anmerkung: eine Anfrage hast du schon - hahaha)
Was bist du von Beruf und was wäre dein Traumberuf?
Ich habe Betriebswirtschaft studiert. Mein Traumberuf wäre (erfolgreiche) Malerin oder Schriftstellerin, oder beides! Nachdem ich vor zwei Jahren meinem alten Job an den Nagel gehängt habe, finde ich wieder mehr Zeit für mein künstlerisches Talent.
Wo wohnst du zur Zeit?
Seit über einem Jahr befindet sich unser Lebensmittelpunkt (wieder) in Stuttgart.
Ich habe gesehen, dass du auch in Beijing gelebt hast. Wie lange ward ihr dort und was vermisst du am meisten aus dieser Zeit?
Wir waren drei Jahre in Peking, von 2005 bis 2008. Ich vermisse meine Freunde aus Peking. Ich vermisse das shopping auf Pekings Märkten - vorallem der Ausflug zum Stoffmarkt war immer abenteuerlich. Wir vermissen unseren Japaner (Restaurant Hatsune). Super lecker, super günstig ! Wir vermissen unseren Freund und Fahrer, den nettesten Chinesen überhaupt. Mein Sohn vermisst seine zwei besten Freunde und die “Great Wall of China”. Meinen blog Beijing Notebook führe ich wohl auch deswegen weiter.
Drei Fragen auf einmal! Also, „Wann“ ist am einfachsten: im Sommer 2006 als wir uns spaßeshalber ein paar Immobilien in der Heimat meines Mannes ansehen wollten... Nun zum „wie“: Die Maklerin führte uns zu dem palazzo, der am Ende einer schmalen Gasse liegt. Direkt neben einer kleinen Kirche auf deren Vorplatz eine Statue des heiligen Padre Pio steht. An der Kirche hing ein Schild: “Errichtet auf einer Kapelle, erbaut von amalfitanischen Korallenfischern im 16. Jhdt.” Ich war von dem Ort sofort verzaubert. Dann gingen wir hinein. Zuerst in den Gewölbekeller mit dem kleinen verwilderten Garten und dem atemberaubendem 180 Grad Meeresblick. Ich war dahin… und nicht nur ich. Es war Liebe auf den ersten Blick.
Und warum gerade Pizzo in Kalabrien, der unterentwickeltsten Region Italiens? Mein Mann wurde hier geboren, im 4km entfernten Vibo Valentia, der Hauptstadt von Kalabrien. Er verbrachte hier die ersten 5 Jahre seines Lebens bevor er mit seinen Eltern durch die Welt zog. Obwohl meine Schwiegermutter aus Venedig und mein Schwiegervater aus Turin stammen, haben sie ihre Wohnung mit Meeresblick und die Einrichtung im Stil der 70er Jahre behalten. Wir verbringen hier seit Jahren unsere Sommerurlaube mit unserem Sohn und den Schwiegereltern. Das türkisfarbene, kristallklare Meer in Kalabrien erinnert uns an das Meer in Thailand. Im Sommer ist es auch fast so warm. Das Gemüse und Obst, der Fisch, der Mozzarella-Käse – einfach alles schmeckt hier besser als sonst wo. Tomaten mit der süßen Zwiebel von Tropea könnte ich jeden Tag essen. Schwertfisch und Thunfisch sind weitere lokale Spezialitäten. Die Leute sind freundlich, der Lebensstil relaxed, die Preise vernünftig.
Kirche neben dem Palazzo
Landkarte von Pizzo - Suzie´s Palazzo ist blau eingekreist!

Kirche neben dem Palazzo
Landkarte von Pizzo - Suzie´s Palazzo ist blau eingekreist!

Wie groß ist er?
Wie groß unser palazzo ist, weiß keiner genau. Die Maklerin sprach von 500 m². Ich bin mir jedoch sicher, wenn man nach deutschen Regeln die reine Wohnfläche messen würde, wären es weniger als 400m². Aber in Italien rechnet man wohl Außenwand x Außenwand und dann x4, da wir 4 Etagen haben. Egal, ob Balkon, Terrasse oder die Wände 1m Durchmesser haben. Von der piazza aus sieht man nur 2 Stockwerke und die drei Eingänge. Einer davon führt zum separaten Apartment im Gewölbekeller. Man konnte das Haus noch weiter unterteilen - gar ein B&B daraus machen, aber wir wollen es erstmal ganz für uns. Probewohnen und dann weitersehen, wie es sich anfühlt.
Das Renovieren eines so großen Hauses muss eine wahnsinns Herausforderung sein - besonders in Italien. Ich habe während unseres 10monatigen Zubaues samt extern beauftragter Bauaufsicht einigemale (fast) die Nerven weggeschmissen. Was war bis jetzt deine größte Enttäuschung?
Ja, wem sagst Du das. Umbau, Renovierung oder Neubau – kostet immer Nerven. Es ist unglaublich, was alles schief gehen kann. Handwerker können der Albtraum sein. Wir haben hier in Stuttgart gerade zwei Wohnungen zusammengelegt. Das war nervenaufreibender als das Projekt in Pizzo, weil ich hier auf der Baustelle gelebt habe und alles hautnah mitbekommen habe. Dagegen ist unser italienisches Renovierungsprojekt ja eine „Fernbaustelle“. Hier merke ich erst, dass was nicht nach meinem Geschmack ist, wenn ich Photos zugesendet bekomme – oder im Urlaub vor Ort.
Was bisher die größte Enttäuschung war? Die optischen Veränderungen unserer Dachterrasse. Auch mit der Renovierung der jetzt makellosen Fassade, kämpfe ich noch ein wenig. Ich habe das Gefühl, ein altes vertrautes und liebgewonnenes Gesicht wurde geliftet. Wir sind keine Experten der Altbausanierung und mir war deshalb wohl auch nicht klar, mit was ich nach diesem „face lift“ rechnen muss. Ich weiß auch nicht, wie man eine Renovierung besser oder anders machen kann. Deshalb nahm ich jüngst folgenden Kommentar von Cote de Texas dankbar auf: „you have to forget about the decaying beauty (..) - it's only good for pictures!!!!” Und mein Schwiegervater tröstet mich, in 30 Jahren hätte es wieder den von mir gewünschten Charme...
Fassade - Vorher:
Zum "Nachher", mehr zur Renovierung, sowie auch zum Eingemachten - der 1richtung kommen wir morgen. Ich will euch heute ja nicht überfordern! (hehehe)






2 Kommentare:
Liebe Anita,
das hast Du super gemacht ! Auch die Bildauswahl ;-)
Wenn ich nicht selbst in das Projekt involviert waere, wuerde ich jetzt vor Neid erblassen...
ha ha !
Wuerde mich freuen, wenn ein paar Deiner vielen netten Leser, mal bei mir auf dem blog - und spaeter vielleicht in Pizzo vorbeikaemen !!
Danke auch fuer die sonstigen Komplimente.
Bin schon auf morgen gespannt !
Gruss aus Stuttgart
Was soll ich sagen? Ich finde die unrenovierte Ansicht viel schöner und romantischer. Geht es noch jemanden so?
Viele Grüße von Skiopode
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